L.I.S.A.: Friedrich gilt vor allem als bedeutender deutscher König. Hätte sich denn Friedrich selbst als Deutscher bezeichnet?
Dr. Luh: Nein, das hätte er nicht. Mit den Deutschen und mit dem Deutschen hatte er es nicht so. Als Volk mit Esprit, den er so sehr liebte, hat Friedrich seine Untertanen und die "Deutschen" überhaupt nicht gesehen. Dass er die Entwicklung der deutschen Literatur verpasste, ist weit bekannt. Esprit, Geist, literarischer Fortschritt, Philosophie kamen für ihn aus Frankreich. Deren Basis war in Friedrichs Augen die Antike, von der er meinte, sie hätte in "Deutschland" keine Spuren hinterlassen und nicht nachgewirkt.
L.I.S.A.: Was ist in diesem Jahr an Feierlichkeiten und Ausstellungen noch zu erwarten?
Dr. Luh: Die kleine aber feine Ausstellung "Friedrich ohne Ende" in Schloss Rheinsberg vom 04. August bis zum 28. Oktober, die Ausstellung "Friedrich und Potsdam" im Potsdam Museum oder die Ausstellung "König und Kartoffel" im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte - und vieles mehr. Ausführlich informieren die websites www.friedrich300.de und www.friederisiko.de.
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