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Georgios Chatzoudis | 24.11.2015 | 1739 Aufrufe | 1 | Interviews

"Helmut Schmidt hat Weltpolitik betrieben"

Interview mit Kristina Spohr zum Tod von Helmut Schmidt

Kaum ein Bundeskanzler Deutschlands war nach seiner Amtszeit so aktiv und präsent im öffentlichen politischen Diskurs, wie Helmut Schmidt es war, der am 10. November im Alter von 96 Jahren gestorben ist. Kaum ein Kanzler außer Dienst war zudem in der Bevölkerung so populär. In den zahllosen Nachrufen wurden viele Bilder wachgerufen, die mit ihm als Teil des kollektiven Gedächtnis der Deutschen verbunden sind - die Hamburger Flut, Willy Brandt, Henry Kissinger, der KSZE-Prozess, die Gründung der G7, Valéry Giscards d'Estaing, der Deutsche Herbst, der Nato-Doppelbeschluss, das Misstrauensvotum von 1982, aber auch die Wochenzeitung Die Zeit, seine Frau Loki Schmidt und glimmende Zigaretten, um nur einige wenige Assoziationen aufzuzählen.

 

Die Historikerin Prof. Dr. Kristina Spohr von der London School of Economics and Political Science (LSE) hat gerade ein Buch mit dem Titel The Global Chancellor über Helmut Schmidt geschrieben, in dem sie sich vor allem auf den Weltpolitiker Schmidt konzentriert. Im Rahmen ihrer Forschungen hat sie ihn zweimal besucht und interviewt. Wir haben Professor Spohr um einen Blick zurück auf Helmut Schmidt gebeten.

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"Westdeutschland ist erst durch Schmidt als politische Weltmacht wahrgenommen worden"

L.I.S.A.: Frau Professor Spohr, Sie forschen zurzeit über den jüngst verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Mit welchen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen verbinden Sie ihn vor allem? Welchen Stellenwert messen Sie ihm in der Geschichte deutscher Kanzler bei?    

 

Prof. Spohr: Helmut Schmidt gehört meines Erachtens in die "Ruhmeshalle deutscher Kanzler", in der, neben Otto von Bismarck, wegen der Schaffung des deutschen Nationalstaates, Konrad Adenauer wegen seiner Westbindungspolitik und Versöhnung mit Frankreich, Willy Brandt dank seiner neuen Ost- und Deutschlandpolitik und Helmut Kohl als Einheitskanzler, als "große" deutsche Bundeskanzler gewürdigt werden. Darüber hinaus muss Schmidt in eine Reihe gestellt werden mit den größten und bedeutendsten Staatsmännern der Welt in den 70er Jahren. 

 

Mit dieser Einschätzung und Einordnung Schmidts nehme ich eine revisionistische Position ein. Denn ich konzentriere mich nicht auf die parteipolitischen Fehden oder die Spannungen in der sozial-liberalen Koalition, und bin nicht fixiert auf Themen wie die Frage nach deutschlandpolitischen Erfolgen bzw. der Stagnation im deutsch-deutschen Verhältnis in den späten 1970er Jahren, die nationalen sozialen und wirtschaftlichen Probleme, oder gar die Schwierigkeiten, die die ökologische sowie die Friedensbewegung der Regierung Schmidt bereiteten.  

 

Mich hat es interessiert herauszustellen, wie Schmidt es schaffte als Kanzler der semi-souveränen Bundesrepublik, die internationale Ordnung mit- und umzugestalten und zwar dauerhaft: nämlich durch die Begründung der G7, des Europäischen Währungssystems (EWS - Vorgänger der Eurozone) und des NATO-Doppelbeschlusses - die alle, zum Teil zumindest, auf seine Urheberschaft zurückgehen.  

 

Helmut Schmidt hat es somit verstanden, Westdeutschland als politische und nicht nur erstklassige Wirtschaftsmacht auf die Weltbühne zu heben. Er hat, wie er selbst immer sagte, Weltpolitik betrieben - mit einem tiefen Verständnis für die Interdependenz von allen Staaten in der Weltwirtschaft und für Geopolitik - mitsamt des Vorhersehens, schon seit den 1960er Jahren, von Chinas zukünftigem Aufstieg und der Multipolarität der Welt.

 

Schmidt operierte viel und auch besonders gerne auf der globalen Ebene. Und man kann sagen, dass Westdeutschland erst durch Schmidt als politische Weltmacht wahrgenommen worden ist. Daher trägt mein Buch über Schmidt und seine Außenpolitik auch den Titel The Global Chancellor.

Prof. Dr. Kristina Spohr mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt in dessen Arbeitszimmer in Hamburg-Langenhorn

"Um diesem Kanzler gerecht zu werden, muss man das Blickfeld erweitern"

L.I.S.A.: Welche Bedeutung messen Sie Helmut Schmidt als Sozialdemokraten bei? War er der Pragmatiker und Macher, als der er vor allem im Vergleich bzw. im Gegensatz zu Willy Brandt gezeichnet wurde und wird?    

 

Prof. Spohr: Ein "Pragmatiker" und "Macher" war Schmidt bestimmt, aber nicht nur.   Diese Begriffe - tausendfach in den Medien seit den 1960er Jahren verwendet - gehören zum Klischeebild Helmut Schmidts. Dazu kommen auch die üblichen Schmidt-Attribute: es hieß oft, er sei herb, direkt, schroff, autoritär, "officer-like" oder technokratisch, ohne Flair, ohne Charme und ohne Wärme, und vor allem ohne Weitsicht und konzeptionelles Denken (oder Visionen - wenn Sie so wollen). Aber die Beinamen "Macher" und "Pragmatiker" lassen sich selbstverständlich auch positiv auslegen.  

 

Brandt hatte sicher einen ganz anderen Charme als Schmidt, der keine Duzfreunde kannte. Brandt hatte tatsächlich eine große Ausstrahlungskraft auf die Menschen und zwar schon als Regierender Bürgermeister West-Berlins. Er wurde von seiner Partei und großen Teilen der Bevölkerung als Politiker wirklich verehrt und geliebt. Schmidt war elegant und cool, und er blieb auf Distanz.  

 

Es war daher eine kluge Entscheidung Schmidts, als Kanzler den SPD-Parteivorsitz weiterhin Brandt zu überlassen. Damit entlastete er sich auch des aus seiner Sicht eher lästigen Parteimanagements. Eine Weile ging diese Partnerschaft und Arbeitsteilung auch ganz gut. Aber es gab immer wieder innerparteiliche Spannungen zwischen dem Bahr- und Schmidt-Flügel, wegen der Neutronenbombe zum Beispiel, und dann wegen der Pershing II- und Cruise Missiles-Stationierungen. Schließlich stimmte 1983, nach Schmidts Abgang, fast die gesamte Partei - Brandt mit eingeschlossen - gegen die Durchführung von Schmidts Doppelbeschluss. Diesen setzte die CDU unter Kohl durch. Schmidt fühlte sich von seiner Partei verraten, und die Freundschaft zu Brandt bekam einen tiefen Riss.  

 

Sicherlich ging Schmidt mit einem gewissen Pragmatismus und auch einem kühlen Realismus an tagespolitische Probleme heran. Deshalb wurde er auch als "guter Krisenmanager" auserkoren, wenn man bedenkt wie er z. B erst mit der Hamburger Flut als Innensenator 1962, und dann dem deutschen Herbst 1977 (Schleyer- und Landshut-Entführung) umging.  

 

Aber Schmidt hatte auch große konzeptionelle Tiefe und klare Zielvorstellungen. Im Gegensatz zu Brandt oder Kohl, können seine Konzeptionen allerdings nicht an deutschlandpolitischen Erfolgen gemessen werden. Um diesem Kanzler gerecht zu werden, muss man das Blickfeld etwas erweitern.  

"Schmidt erkannte die Dynamik der Globalisierung bereits in den 1970er Jahren"

L.I.S.A.: Helmut Schmidt wird heute immer wieder mit einem vielbemühten Satz in Verbindung gebracht: "Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen." War Helmut Schmidt ein Politiker ohne Visionen im Sinne politischer Ideale und Utopien?

 

Prof. Spohr: Für Utopien hatte Schmidt wenig übrig. Er schaute auf das, was politisch auch realisierbar war. Das heißt aber nicht, dass er zu großangelegten politischen Zielvorstellungen nicht in der Lage war. Ganz im Gegenteil.  

 

Er dachte über die Welt insgesamt nach: das internationale Mächtegefüge, die Weltwirtschaft und den globalen Kalten Krieg. Diese waren für Schmidt zentrale Themen. Und dabei hatte er immer die höchst exponierte Lage des geteilten Deutschlands im Auge. Er gehörte zu den ersten Staatsmännern, die in den Wirren der 1970er Jahre, dem Jahrzehnt der Globalisierung, die Dynamik einer neuen internationalen Ordnung erkannten.  

 

Er setzte sich ein für eine westliche "policy-coordination" und Kooperation in einer interdependenten Welt mit großem Nord-Süd-Gefälle und Ost-West-Spannungen. Er hatte aber auch als einer der Architekten der Ostpolitik seit 1966 ganz genaue deutschlandpolitische Vorstellungen. Schmidts wichtiger Beitrag in Hinblick auf die Gewaltverzichtsabkommen, die sogenannten Ostverträge, und den Osthandel wird übrigens fast immer übersehen.    

 

Dass Schmidt Bahrs gesamteuropäisches Konzept als "zu visionär" ablehnte, lag vielleicht daran, dass Schmidt der Sowjetunion gegenüber skeptischer war. Und weil er als Kanzler erkannte, dass nach Helsinki 1975 ost- oder deutschlandpolitisch eben nicht viel zu erreichen war - schon gar nicht eine baldige "Wiedervereinigung". Schmidt war ein Verfechter der militärischen Balance, bzw. der "Strategie des Gleichgewichts", nach der er auch sein Buch von 1969 benannt hat. Und hier waren Deutschlands NATO-Mitgliedschaft und die Partnerschaft mit Washington ein Axiom. Aber er glaubte zugleich auch immer an Stabilität und Frieden, abgesichert durch eine notwendige Dialogpolitik und eine Politik der Zusammenarbeit mit dem Ostblock, nicht zuletzt über den Osthandel.  

 

Das erklärt auch Schmidts Ansatz beim Doppelbeschluss und seine selbstdeklarierte "Doppeldolmetscher"-Rolle Anfang der 1980er Jahre. Als sich die Beziehungen zwischen den Supermächten infolge des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan und des amerikanischen Boykotts der Olympischen Spiele in Moskau rapide verschlechterten, versuchte Schmidt zwischen den Fronten zu vermitteln. Schmidt hatte für sich eine neue Rolle und eine neue Aufgabe geschaffen.

Die Historikerin Prof. Dr. Kristina Spohr von der London School of Economics and Political Science (LSE)

"Außen- und Sicherheitspolitik waren Schmidts größte Leidenschaft"

L.I.S.A.: Helmut Schmidt hatte im Laufe seiner politischen Laufbahn zahlreiche verschiedene Ämter und Ressorts inne: Hamburger Senator, Bundesminister für Verteidigung, für Wirtschaft, der Finanzen und letztlich Bundeskanzler. Sie betrachten ihn in Ihrer aktuellen Studie als "Global Chancellor". Galten der Außen- und internationalen Politik seine eigentlichen Interessen?  

 

Prof. Spohr: Kurz gesagt: Schmidts Leidenschaft lag eindeutig bei den geopolitischen, um nicht zu sagen, den militär-strategischen Fragen. Die Sicherheit der Bundesrepublik an der Frontlinie im Kalten Krieg beschäftigte ihn seit den 1950er Jahren und lag ihm besonders am Herzen. Daher steckte er seine ganze intellektuelle Energie auch in die Bücher Verteidigung oder Vergeltung (1961) und Die Strategie des Gleichgewichts (1969). Beide waren Bestseller in Deutschland und wurden alsbald ins Englische übersetzt.  

 

Helmut Schmidt war auch intellektuell ambitioniert. Er suchte, wie er noch vor einem Monat in einem langen, persönlichen Gespräch unterstrich, das wir bei ihm zuhause in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch sitzend - mit Kaffee und er mit Mentholzigaretten - führten, damals, in den späten 1950er Jahren, ganz gezielt den Anschluss an die, wie er sie nannte, "US defence community", und hier nicht zuletzt auch die Anerkennung des Harvard-Professors Henry Kissinger.  

 

Später als Kanzler - beim Guadeloupe-Gipfel 1979, auf dessen Gesprächen der NATO-Doppelbeschluss im Dezember desselben Jahres größtenteils basierte - saß Schmidt von gleich zu gleich mit den Anführen der westlichen Sieger- und Nuklearmächte an einem Tisch.  

 

Im Kreml, im Juli 1980, sprach er mit Breschnew als Carter jeden Dialog mit Moskau abgebrochen hatte. Für ein paar Stunden überzog Schmidt, wie er an seinem letzten Tag im Amt meinte, das Konto der "Mittelmacht" Deutschland doch sehr weit. In der Tat, an jenem Julitag im opulenten St. Katharinensaal, fühlte sich Schmidt "wie der Vertreter einer Großmacht.“  

 

Um es nochmal zusammenzufassen, Außen- und Sicherheitspolitik waren Schmidts größte Leidenschaft. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern sah er die Rolle Deutschlands auf der Welt- und nicht nur auf der europäischen Bühne.

"Schmidt hat ganz bewusst die Rolle des Elder Statesman eingenommen"

L.I.S.A.: Nach seiner für ihn tragisch beendeten Kanzlerschaft war es still um Helmut Schmidt geworden. Erst im Laufe der 1990er und dann insbesondere nach der Jahrtausendwende kehrte Helmut Schmidt vermehrt auf die öffentliche Bühne zurück - nun in der Rolle des weisen, in der Öffentlichkeit sehr beliebten und über alle politischen Parteien hinweg geschätzten Elder Statesman - anders als sein Nachfolger Helmut Kohl. Wie schätzen Sie für diesen Zeitraum Helmut Schmidts politischen bzw. öffentlichen Einfluss ein?

 

Prof. Spohr: Seit dem Ende seiner Kanzlerschaft 1982 war Schmidt als politischer Kommentator außer Konkurrenz - intellektuell seinen Vorgängern und auch Nachfolgern eindeutig überlegen; und auch in seiner Rolle als Altkanzler war Schmidt eine Liga für sich.  

 

Man muss aber bedenken, dass ein Elder Statesman eben kein Politiker im Amt mehr ist - egal wie die Leute an jedem seiner Worte hängen und ihn bewundern. Und ein Elder Statesman ist vor allem frei von jeglicher direkter Verantwortung im politischen Tagesgeschäft, und kann somit recht sorglos seine persönlichen Meinungen äußern.  

 

Nicht jeder Altkanzler äußert sich zu politischen Fragen der Gegenwart. Schmidt allerdings hat viel zum Zeitgeschehen und zur Weltpolitik der 1990er und 2000er Jahre gesagt und geschrieben - Bestseller-Bücher und unzählige Essays. Kohl wiederum hat sich darauf konzentriert, seine Erinnerungen in mehreren Versionen zu verfassen, vor allem mit Fokus auf die Ereignisse des annus mirabilis 1989/90.  

 

Man darf nicht vergessen, dass Helmut Schmidt durch und durch ein Denker war. Seit dem Beginn seiner politischen Karriere hatte er immer geschrieben - Kolumnen in der lokalen Hamburger Bergedorfer Zeitung, Reden, Aufsätze, Bücher.  

 

Nach der Ära Kohl hat er ganz bewusst die Rolle des Politiker-Intellektuellen als Elder Statesman eingenommen. Schmidt hatte seitdem eine Monopolstellung im öffentlichen Bewusstsein und einen Nimbus in Deutschland vergleichbar mit dem Nimbus Kissingers in den Vereinigten Staaten.  

 

Schmidt war alles andere als provinziell. Er formulierte seine Gedanken in der Öffentlichkeit mit der Autorität eines weitblickenden, richtungsweisenden Altkanzlers, der die Globalisierung verstand und erklären konnte und dessen Urteil die Bevölkerung vertraute.    

 

Schmidt profitierte übrigens von einer anderen Besonderheit. Er saß direkt am Hebel der Massenmedien durch seine Tätigkeit als Herausgeber bei der Wochenzeitung Die Zeit . Er hatte also nicht nur die Kontakte und Netzwerke, die er während seiner politischen Karriere geknüpft hatte, sondern zugleich den direkten Zugang zu den Kanälen, um "außer Dienst" die politischen Eliten und die deutsche Bevölkerung zu erreichen.    

 

Und so konnte er zweifelsohne Woche für Woche Einfluss auf die deutsche Meinungsbildung nehmen. Schmidt verstand dies gewiss und genoss es auch, diesen Einfluss gezielt auszuüben und das Weltgeschehen und die Politik immer wieder von neuem zu betrachten, zu beleuchten und öffentlich zu analysieren - sei es zu Fragen der Eurokrise, China, Amerika oder Russland.  

 

Helmut Schmidt war, so könnte man sagen, ein Polit-Celebrity - aber eben einer mit moralischer Autorität. Schmidt war ein Mann des Jahrhunderts im wahrsten Sinne des Wortes, der in die Rolle des Elder Statesman über dreißig Jahre hineingewachsen war. Und diese Rolle wusste er auch geschickt auszuspielen, und das meine ich jetzt ganz positiv.  

"Mit einer ganz neuen Perspektive auf die Kanzlerschaft Schmidts zurückblicken"

L.I.S.A.: An wen wird man sich in Zukunft vor allem erinnern? An den Elder Statesman oder an den Bundeskanzler im Dienst? Und wie schauen Sie auf Ihre Begegnungen mit Helmut Schmidt zurück?

 

Prof. Spohr: Lange hat nun das Klischee des kompetenten Krisenmanagers das Geschichtsbild beherrscht und die Erinnerung der Deutschen geprägt. Und es ist den Deutschen leichter gefallen, Schmidt als Elder Statesman zu lieben und in seinem immer höheren Alter auch zu bewundern.  

 

Meines Erachtens sollte man mit einer ganz neuen Perspektive auf die Kanzlerschaft Schmidts und die krisengeschüttelten späten 1970er und frühen 1980er Jahre zurückblicken und versuchen, den internationalen Kontext in jener Zeit zu begreifen. Es war die Ära der beginnenden Globalisierung sowie die Phase, als nochmals eisige Momente des Kalten Kriegs die Welt erfassten.  

 

Wenn wir Schmidts Leistungen und Errungenschaften als Gestalter der internationalen Politik in diesen großen Zusammenhängen betrachten, werden wir seine Kanzlerschaft viel besser einschätzen können und uns auch anders an die Ära Schmidt von 1974-1982 erinnern. Was er nachhaltig weltpolitisch erreichte und was er für den politischen Status der Bundesrepublik erwirkte, macht ihn schließlich zum "globalen Kanzler".    

 

Und nun noch eine persönliche Bemerkung zu meinen Begegnungen mit Helmut Schmidt: Vor zwei Jahren (2013) hatte ich ein sehr langes Gespräch mit ihm im Zeit-Büro und lernte dabei den Elder Statesman Schmidt kennen.

 

Im Privatarchiv in Hamburg (viel mehr als sonst irgendwo) habe ich Schmidt über seine Schriften - seine frühesten Notizen, Entwürfe von Reden, Aufsätzen und Büchern, sowie Briefwechsel - "kennengelernt", und zwar angefangen bei den 1950er bishin zu den 1980er Jahren.  

 

Vor einem Monat, am 15. Oktober 2015, traf ich Schmidt noch einmal - jetzt bei ihm zuhause in Hamburg-Langenhorn. Dies war eine Begegnung mit dem Menschen, dem Denker, Altkanzler, und Musiker Helmut Schmidt.  

Prof. Dr. Kristina Spohr hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

Kommentar

von Ioanis Spiropoulos | 26.11.2015 | 15:57 Uhr
Danke für den Nachruf!

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