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Georgios Chatzoudis | 01.02.2016 | 1584 Aufrufe | 1 1 Kommentar | Interviews

Theorie - Praxis und Lebensform

Interview mit Philipp Felsch über das Zeitalter der Theorie nach 1945

Mit einem Merve-Band in der Jackentasche bezeugte man in den 1970er und 1980er Jahren vor allem eines: Theorie zu lesen - darunter Bücher von Michel Foucault, Gilles Deleuze, Félix Guattari, Roland Barthes, Jean Baudrillard oder Paul Virilio. Wer deren Texte las, gehörte damals nicht nur einem bestimmten intellektuellen Milieu an, sondern demonstrierte damit auch eine konkrete Lebensform. Der Historiker Prof. Dr. Philipp Felsch von der Humboldt-Universität zu Berlin hat in seinem Buch Der lange Sommer der Theorie: Geschichte einer Revolte diese besondere Lese- und Lebenslandschaft von 1960 bis 1990 nachgezeichnet. Wir haben ihn in seinem Büro besucht, um ihm unsere Fragen zur seinem Verständnis von Theorie im Kontext von Philosophie, Praxis und Kritik zu stellen.

00:00 Vorspann
00:14 Warum ein Buch über Theorie? Wie kam es zu der Thematik?
06:35 Wie haben Sie sich den enormen Lesestoff angeeignet?
11:44 Wie hat sich das Schreiben verändert? Welche Rolle spielt der theoretische Duktus?
16:32 Kann Theorie auch Praxis sein? Wo liegen die Wurzeln dieses Verständnisses?
21:41 Wie unterscheidet sich mit Blick auf die Praxis Theorie von Philosophie?
26:26 Ist Theorie immer ein subversives, ein linkes Projekt? Gibt es rechte Theorie?
30:36 Inwiefern war der Merve-Verlag mit der Theorie verschränkt?
35:59 Wo verliefen die Fronten zwischen den deutschen und den französischen Intellektuellen?
42:08 Was sind Gründe für die Theoriemüdigkeit von Ende des 1970er Jahre an?
48:58 Hat der Diskurs die Theorie als Leitbegriff abgelöst?
52:46 Was ist heute noch Theorie? Wer sind Vertreter der Theorie heute?
57:01 Welche Rolle spielt der Begriff der Kritik in der Theorie - auch heute?
61:25 Wie verhalten sich Theorie und neue Technologien zueinander?
63:43 Fehlt heute eine Theorie für eine ganzheitliche gesellschaftliche Betrachtung?

Videoreihe "L.I.S.A.unterwegs"
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Kommentar

von Margarita Fotiadis | 01.02.2016 | 14:01 Uhr
In den 90ern war die postmoderne Theorienproliferation schon versiegt. Die systematische Beschäftigung mit den Autoren der Postmoderne und ihren Theoriemodellen hat in den frühen 80ern angefangen. Empfehle Manfred Frank: Was ist Neostrukturalismus?

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