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Dossier: 1914-2014 - Hundert Jahre Erster Weltkrieg

angelegt am 20.12.2013 von Georgios Chatzoudis

Pünktlich zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hat in Deutschland eine neue Diskussion über Ursachen und Gründe der Ereignisse von 1914 bis 1918 eingesetzt, wie es sie seit der Fischer-Kontrovers vor nun fast 50 Jahren nicht mehr gegeben hat. Auslöser ist das neue Buch des australischen Historikers Prof. Dr. Christoph Clark von der University of Cambridge "Die Schlafwandler", das zu einer Neuinterpretation vor allem der Kriegsschuldfrage eingeladen hat. Im Verlauf des Jahres 2013 sind darüber hinaus zum Ersten Weltkrieg zahlreiche weitere Bücher erschienen, viele Ausstellungen eröffnet und mehrere Vortragsreihen organisiert worden. In diesem Dossier sammeln wir Beiträge zum Ersten Weltkrieg, verbunden mit dem Anspruch, die unterschiedlichen Formen der aktuellen Auseinandersetzungen abzubilden.

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Thomas Podranski | 09.11.2015 | 1466 Aufrufe | Vorträge

Der Erste Weltkrieg und die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts

Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wirsching

Forschungen über die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhundert haben in den letzten 25 Jahren Konjunktur. Die Literatur über ihre Voraussetzungen, Hintergründe und Ausgestaltungen ist äußerst komplex...

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M.A. Stephanie Buchholz | 03.08.2015 | 758 Aufrufe | Vorträge

Der Erste Weltkrieg im Internet

Vortrag von Prof. Dr. Oliver Janz | Eurovision 1914 - Erinnerung an „1914“ als mediales Großereignis

Spätestens im vergangenen Jahr, als sich der Erste Weltkrieg zum hundertsten Mal jährte, stieg das Internet zu einer der meistbesuchten Gedenkstätten auf. Zahlreiche Geschichtsportale,...

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Thomas Podranski | 06.07.2015 | 506 Aufrufe | Vorträge

„Not kennt kein Gebot“ - Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg

Vortrag von Dr. Uta Hinz

Dr. Uta Hinz (Universität Düsseldorf) gibt in ihrem Vortrag einen Überblick über die Themen Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit in Europa während des Ersten Weltkriegs. Einen besonderen...

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Thomas Podranski | 22.06.2015 | 475 Aufrufe | Vorträge

Dammbruch in Europa: Bevölkerungsverschiebungen und Ethno-Gewalt im Kontext des Ersten Weltkrieges 1912-1923

Vortrag von Prof. Dr. Michael Schwartz

Kaum ein anderes nationalpolitisches Ziel hat das Zeitalter der europäischen Nationalstaaten so geprägt, wie der Wunsch nach homogenen Bevölkerungszusammensetzungen. Prof. Dr. Michael Schwartz,...

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Thomas Podranski | 01.06.2015 | 476 Aufrufe | Vorträge

Kein deutscher Lawrence. Die militärischen Expeditionen im
Nahen und Mittleren Osten während des Ersten Weltkriegs

Vortrag von Dr. Martin Kröger

Der Historiker und Leiter des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts, Dr. Martin Kröger, referiert in seinem Vortrag über die deutschen Vorstellung zum Nahen und Mittleren Osten während des...

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Nahen und Mittleren Osten während des Ersten Weltkriegs
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Thomas Podranski | 04.05.2015 | 682 Aufrufe | Vorträge

Kolonialsoldaten im Ersten Weltkrieg. Rasse, Geschlecht und Nation in Deutschland, 1914-1924

Vortrag von Dr. Sandra Maß

Die Bielefelder Privatdozentin Dr. Sandra Maß referiert über die multi-ethnischen Armeen des Ersten Weltkriegs. Wenn diese auch nicht im Mittelpunkt des jüngeren Gedenkens an den Weltkrieg stehen,...

Kolonialsoldaten im Ersten Weltkrieg. Rasse, Geschlecht und Nation in Deutschland, 1914-1924
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M.A. Stephanie Buchholz | 18.04.2015 | 733 Aufrufe | Vorträge

Der Erste Weltkrieg im Fernsehen

Vortrag von Prof. Dr. Christoph Cornelißen | Eurovision 1914 - Erinnerung an „1914“ als mediales Großereignis

Der Erste Weltkrieg war im vergangenen Jahr allgegenwärtig und wurde auf unterschiedliche Weise medial aufgegriffen. Ein Beispiel hierfür ist die internationale Fernsehproduktion "14 Tagebücher...

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Björn Schmidt | 07.04.2015 | 506 Aufrufe | Interviews

"Die Begründung einer neuen nationalen Einheit"

Interview mit Steffen Bruendel über Künstler, Dichter und Denker im Ersten Weltkrieg

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 wurde von den deutschen "Dichtern und Denkern" euphorisch begrüßt. Wie kam es zu dieser Kriegsbegeisterung und in welchem kulturellen und...

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Thomas Podranski | 06.04.2015 | 846 Aufrufe | Vorträge

Die „Judenzählung“ im Ersten Weltkrieg und die Wurzeln des radikalen Antisemitismus der Nachkriegszeit

Vortrag von Prof. Dr. Gerd Krumeich

Der Düsseldorfer Historiker Prof. Dr. Gerd Krumeich spricht in seinem Vortrag über "die größte statistische Ungeheurlichkeit des 1. Weltkriegs" (Egmont Zechlin), die durch die Oberste...

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Dr. Wibke Becker | 03.04.2015 | 602 Aufrufe | Diskussionen

Der Große Krieg. Köln und das Rheinland im europäischen Kontext

Podiumsdiskussion mit Gertrude Cepl-Kaufmann, Gerd Krumeich und Jost Dülffer

Die Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg hat im vergangenen Jahr eine kaum noch zu bewältigende Masse an Publikationen, Dokumentationen, Ausstellungen und Diskussionen hervorgebracht. Zwei...

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Kommentar

von Hans Günter Thorwarth | 24.12.2013 | 14:06 Uhr
Friedliche Weihnachten!

Es scheint wirklich so zu sein, dass Clarks „Schlafwandler“ ein Feuer entzündet hat, hauptsächlich bei der Diskussion um die Frage, wer die „Schuld“ am Ersten Weltkrieg trug. Wer sich aber in den letzten Jahren über die geschichtlichen Zusammenhänge anhand der bereits zahlreich vorhandenen Geschichts-Literatur informiert hatte und gleichzeitig seinen eigenen Verstand einsetzte, ahnte schon, dass es nicht Deutschland allein sein konnte, das die Hauptschuld am Krieg zu verantworten hatte.

Ich freue mich und ich danke der LISA-Redaktion dafür, dass sie sich dem Thema so ausführlich und differenziert angenommen hat. Hochrangige Beiträge und Interviews auf höchstem Niveau informieren sowohl den Wissenschaftler als auch den interessierten Laien. Ich finde das Dossier „1914-2014“ einen wichtigen und rechtzeitigen Beitrag zur Diskussion und Bildung zum Thema, dass nächstes Jahr seinen „100. Jahrestag feiert“.

Doch bei aller theoretisch-wissenschaftlicher Betrachtung möchte ich eine bescheidene, persönliche Anregung geben: Jeder der sich mit dem Ersten Weltkrieg befasst, sollte nicht versäumen, die ehemaligen Schlachtfelder und Friedhöfe im Westen Europas zu besuchen. Ob in Verdun oder an der Somme, ob in der Champagne oder am „Chemin des Dames“, inmitten der endlosen Gräberreihen der Gefallenen tritt die Frage der „Schuld“ in den Hintergrund. Wenn man die Enge der Festungsanlagen von Douaumont und Vaux betritt und sich mit den Schicksalen der Soldaten beschäftigt, scheint die „große Politik“ nicht mehr wichtig zu sein.

1914 wurde die Kathedrale von Reims durch tagelanges, deutsches Artilleriefeuer stark zerstört, ganze Dörfer an der Front in Frankreich sind während des Krieges völlig verschwunden. Allein beim Kampf um den „Hartmannsweilerkopf“ in den Vogesen fielen über 30.000 Soldaten zwischen 1914 bis 1918. Die Bevölkerung im Elsass hatte man nie gefragt, ob sie „deutsch“ oder „französisch“ sein wollten. Mehrmals musste sie ihre Nationalität wechseln. Ihre Heimat wurde zum Spielball und Zankapfel von Politik und Militär.

Letzte Woche besuchten wir die weihnachtlich und festlich geschmückten Städte, „grenzenlos“ beiderseits des Oberrheins. Unterwegs fielen uns öfters Schulklassen auf, die mit ihren Lehrern die jeweiligen Nachbarländer besuchten. Fröhliche, unbeschwerte französische und deutsche Kinder voller Lebensfreude, in Freiburg und in Straßburg. Wenn wir an die kriegerische, europäische Geschichte zurück denken, erscheint es wie ein Wunder!

Der LISA-Redaktion und allen Leserinnen und Lesern eine friedliches Weihnachtsfest und für 2014 viel Glück, Gesundheit und Erfolg!

Hans Günter Thorwarth

Kommentar

von Dr Susanne Willers | 30.01.2014 | 17:04 Uhr
Mit "social bias" wird in der modernen Anthropologie die "ultrasoziale" (Richerson & Boyd 1998) Grundvoreinstellung des modernen Menschen (H. sapiens sapiens) bezeichnet, genauer: dessen extreme soziale Intelligenz und deren Folgeerscheinungen (s. Herrmann et al. 2007).

Nur die sozial intelligentesten Tiere sind zu kognitiven Höchstleistungen fähig wie Empathie, Theory of Mind, Liebe, Mobbing, Eifersucht, Neid, Hass, etc.

Kennzeichnend für den social bias sind unhinterfragte Voraussetzungen in Aussagen wie "unser Volk", "wir Juden", "die Deutschen wollen...", "Rothemden vs. Gelbhemden", "FC-Bayern Fans", etc. etc.

Dieser social bias dürfte spätestens mit der Sesshaftwerdung genetisch verankert worden sein (vgl. Blut-und-Boden-Ideologien, Nationalismus, Chauvinismus, Kriege).

Auch das heutige (2014) mediale Jubelgeschrei (!) anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums (!) des Ausbruchs des 1. Weltkrieges dürfte ein Anzeichen für einen zunehmenden "deutschen" bzw. "gesamteuropäischen" social bias sein.


Literatur

HERRMANN, Esther et al. (2007): Humans Have Evolved Specialized Skills of Social Cognition: The Cultural Intelligence Hypothesis. Science 317 : 1360-6

RICHERSON, PJ, BOYD, R. (1998): The evolution of human ultrasociality. In: Ethnic conflict and indoctrination (edited by I. Eibl-Eibesfeldt & F.K. Salter), pp. 71-95, Oxford.

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