Anmelden

Login

Neuester Beitrag

Was ist zukunftsfähiges Wissen?

Abendvortrag von Prof. Dr. Harald Welzer | Tagung "Die Zukunft der Wissensspeicher"

Auf die Frage, was zukunftsfähiges Wissen ist, hat der Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer gleich zu Beginn eine überraschende Antwort. Wie viel diese Antwort mit Unterscheidungsvermögen, Urteilskraft und der Tauglichkeit von unterschiedlichen Wissenstypen zu tun hat, erläutert er in seinem Vortrag, den er anlässlich der Tagung "Die Zukunft der Wissensspeicher" gehalten hat. Dabei greift er auf autobiographische Erzählformen zurück und beweist sowohl durch seinen eigenen Werdegang als auch in seiner besonderen Art des Vortrags einmal mehr, dass unkonventionelles Denken zu untypischen, bisher wenig gedachten und insgesamt weiterführenden Antworten führen kann.

Lesen in den 1970ern

"Der entscheidende Medienbruch war das Taschenbuch"

Interview mit Prof. Dr. Ulrich Raulff über das Lesen in den 1970er Jahren

Was waren die 1970er Jahre, wenn man sie retrospektiv durch die Brille eines Intellektuellen betrachtet? Ein Jahrzehnt des Neomarxismus, die Dekade des Strukturalismus, Ausläufer des Modernisierungsparadigmas und Vorzeichen der Postmoderne? Unbestritten ist zumindest, dass die 1970er Jahre vor allem eine Zeitspanne umfassen, die theoriegesättigt war. Die entsprechende, arbeitsintensive Literatur hatte ihr Format im Taschenbuch gefunden. Ein Zeitzeuge und Mitgestalter dieses Jahrzehnts war Prof. Dr. Ulrich Raulff, heute Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Wie er sich an die 1970er als Lesezeitraum erinnert, hat er in seinem jüngsten Buch Wiedersehen mit den Siebzigern beschrieben. Wir haben ihn dazu befragt.

Open Access

Open Access Business Modell. Brötchen, Internet Economy und die Zukunft des Copyright

Vortrag von Dr. Harald Klinke | Tagung "Offene Lizenzen in den Digitalen Geisteswissenschaften"

"Digital verfügbar = kostenlos" lautet eine weit verbreitete Ansicht im Umgang mit digitalen Gütern. In der Tat bringt Open Access im Bereich der Wissenschaft zunächst viele Vorteile. Durch freien Zugang ein größtmögliches Publikum unmittelbar an den eigenen Forschungsergebnissen teilhaben lassen - das ist sicherlich einer der größten Vorteile des Internets. Doch auch Online-Platformen verursachen Kosten, die irgendwie gedeckt werden müssen. Mit diesem Problem sah sich auch Dr. Harald Klinke vom Institut für Kunstgeschichte der LMU München konfrontiert. Als Mitherausgeber der jüngst gegründeten Zeitschrift International Journal for Digital Art History erläutert er die Chancen und Probleme von Open Access Publikationen und deren Finanzierung.
 

Wissenschaftsgeschichte

Leibniz und die theoretische, methodische und sprachliche Einheit der Wissenschaften

Vortrag von Prof. Dr. Hans Poser | Tagung "Theoria cum praxi"

Der Philosoph und Leibniz-Spezialist Prof. Dr. Hans Poser stellt die Frage, was heute noch von Leibniz' Vision einer Einheit der Wissenschaft geblieben ist. Theoria cum praxi lautete das Motto, als Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahr 1700 die Kurfürstliche Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften gründete, die er dem Konzept einer Scientia generalis verpflichtet sehen wollte. Professor Hans Poser unterzieht in seinem Vortrag die Leibnizsche Wissenschaftskonzeption einer kritischen Analyse. Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, der gemeinsam mit Prof. Dr. Eberhard Knobloch die Tagung "Theoria cum Praxi" organisiert hat, führt zuvor kurz in das Thema ein.

Statistik

"Sehnsucht nach objektiven Entscheidungsgrundlagen"

Interview mit Prof. Dr. Andreas Quatember über Statistik in den Medien

Wenn in Nachrichtenmeldungen, Reportagen oder Kommentaren eine Behauptung untermauert werden soll, folgt in der Regel eine Statistik. Zahlen, Säulen oder Kuchenstücke beweisen die Richtigkeit der These, verleihen ihr Objektivität, so die Erwartung. Überraschend daran ist, dass sich diese Praxis hält, obwohl das Misstrauen gegenüber Statistiken bisweilen hoch ist. Mit Statistik ließe sich alles beweisen, außerdem sei nur der Statistik zu trauen, die man selbst gefälscht habe, so landläufige Vorstellungen. Bereits der britische Politiker Leonard Henry Courtney hatte Ende des 19. Jahrhunderts behauptet: "There are three kinds of lies - lies, damned lies, and statistics". Und trotzdem sind Statistiken heute ein nicht wegzudenkender Teil unserer Informations-, Medien- und...

Erster Weltkrieg

Dammbruch in Europa: Bevölkerungsverschiebungen und Ethno-Gewalt im Kontext des Ersten Weltkrieges 1912-1923

Vortrag von Prof. Dr. Michael Schwartz

Kaum ein anderes nationalpolitisches Ziel hat das Zeitalter der europäischen Nationalstaaten so geprägt, wie der Wunsch nach homogenen Bevölkerungszusammensetzungen. Prof. Dr. Michael Schwartz, Wissenschaftler Mitarbeiter der Berliner Zweigstelle des Instituts für Zeitgeschichte, referiert in seinem Vortrag Entstehung, Entwicklung und Nachwirkungen der Politik der ethnischen "Säuberung" seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Neben einigen kontextualisierenden Überlegungen zu ethnischen "Säuberungen" als Problem der globalen Moderne umreisst er vor allem die Bedeutung, die der Erste Weltkrieg als wichtige Scharnierphase für Bevölkerungsverschiebungen und Ethnogewalt einnimmt.

Die doppelte Auflösung

"Das Digitale löst unsere bisherige Gesellschaft auf"

Interview mit Dr. Christoph Kucklick über die digitale Zukunft

Immer schärfe Displays, immer genauere Daten – die Digitalisierung der Welt ist geprägt von Drang nach immer höherer Auflösung. Aber beinhaltet dieser Prozess auch eine andere Form der Auflösung, nämlich die Beseitigung alter gesellschaftlicher Ordnungen? Der Journalist Dr. Christoph Kucklick sieht in der Doppeldeutigkeit des Begriffs der Auflösung das Grundmotiv einer sich abzeichnenden "granularen Gesellschaft". Er identifiziert eine grundlegende Umwälzung des menschlichen Miteinanders auf allen sozialen Ebenen. Wie lässt sich die granulare Gesellschaft verstehen? Wie beeinflusst die Digitalisierung unsere Verständnis vom Menschen? Welchen Effekt hat der Überfluss an Information? Und wer hat in der granularen Gesellschaft überhaupt die Kontrolle? Wir haben mit Dr....

Kunstgeschichte

Nach Norden! Meier-Graefe und die neue Kunst des Nordlands

Vortrag von Dr. Ingeborg Becker | Tagung "Julius Meier-Graefe"

Bereits in einer seiner ersten Publikationen Nach Norden widmete sich Julius Meier-Graefe aus literarischer Sicht den skandinavischen Ländern. Sein Interesse für das sogenannte "Nordland" äußerte sich jedoch auch auf der Ebene der Kunst – insbesondere in seiner Beschäftigung mit dem norwegischen Maler Edvard Munch. Während Munchs Werke im Berlin der frühen 1890er Jahre für Skandale sorgten und auf breite Ablehnung trafen, vertrat Meier-Graefe einen anderen Standpunkt. Dr. Ingeborg Becker, ehemalige Direktorin des Bröhan-Museums in Berlin, widmet sich in ihrem Vortrag Meier-Graefes Auseinandersetzung mit dieser neuen Kunst aus dem Norden und ihrer Bedeutung für Meier-Graefes Werdegang.