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Neuester Beitrag

"Deutschland befindet sich noch in Kolonialamnesie"

Interview mit Anna Jäger über das Gedenken an die Berliner Kongokonferenz von 1884/5

Vor 130 Jahren haben Vertreter der europäischen Mächte in Berlin ihre eroberten Gebiete und Einflusssphären auf dem afrikanischen Kontinent neu untereinander abgestimmt, und die bereits lange zuvor eingesetzte Aufteilung bzw. Kolonialisierung Afrikas einen entscheidenden Schritt weiter getrieben. Mehrere der in Berlin 1884 und 1885 willkürlich festgelegten Grenzen, die oft einfach nur mit dem Lineal gezogen wurden, haben bis heute bestand und bilden nicht selten die Ursache für aktuelle Konflikte zwischen afrikanischen Staaten und ihren Ethnien. Um an die Langzeitfolgen der Kongokonferenz zu erinnern, fand in Berlin eine Serie von verschiedenen Veranstaltungen unter dem Titel Wir sind alle Berliner 1884-2014 statt. Wir haben Anna Jäger, Mit-Kuratorin der Reihe und vom Verein SAVVY Contemporary, unsere Fragen zum Gedenken an die Afrikakonferenz gestellt.

#wissensspeicher

Wissensgesellschaft als Idee des neuen Humanismus

Keynote von Dr. Verena Metze-Mangold | Tagung "Die Zukunft der Wissensspeicher"

Ende der 1960er verwendeten US-amerikanische Soziologen erstmals den Begriff der Wissensgesellschaft. Damit sollten post-industrielle Gesellschaften beschrieben werden, deren wichtigste Ressource theoretisches Wissen sei. Damit wurde der Wissenschaft eine neue bestimmende Rolle als gesellschaftlicher Akteur zugesprochen. In Zeiten des beschleunigten digitalen Wandels hat der Begriff Wissensgesellschaft eine neue Dimension erfahren: Wissen ist jederzeit und von überall abrufbar, erweiterbar und leicht zu verbreiten. Doch von welchem Wissen gehen wir dabei aus? Verfügungswissen, Orientierungswissen, regulierendes Wissen? Wie wird der Begriff der Wissensgesellschaft heute national und international verstanden? Welche gesellschaftlichen Normen und Folgen für die Menschenrechte lassen sich...

Zu Gast bei L.I.S.A.

"Den deutschen Juden ein neues Identitätsgefühl geben"

Interview mit Prof. Dr. Bernd Witte über Martin Buber und die Werkausgabe

Kaum ein anderer Denker und Schriftsteller hat die deutsche und die jüdische Kultur- und Geisteswelt so umfassend durchdacht und miteinander verbunden sowie deren Gemeinsamkeiten und Differenzen herausgearbeitet wie Martin Buber, dessen Todestag sich am 13. Juni zum 50. Mal jährt. An der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität wird zurzeit die erste vollständige Martin Buber-Werkausgabe erstellt, von der bereits einige Bände erschienen sind. Der Germanist Prof. Dr. Bernd Witte, der die Ausgabe gemeinsam mit Prof. Dr. Paul Mendes-Flohr (Jerusalem) herausgibt, hat uns besucht und unsere Fragen beantwortet.

Ankündigung

Aufruf zur Einreichung von Sektionsvorschlägen für den 51. Deutschen Historikertag in Hamburg

Der 51. Deutsche Historikertag wird in der Zeit vom 20. bis 23. September 2016 an der Universität Hamburg stattfinden. Auch für diesen Historikertag haben Vorstand und Ausschuss des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. (VHD) ein Motto gewählt, das als Orientierung bei der Beantragung von Sektionen dienen mag. Es lautet: „Glaubensfragen“.
 

Salon Sophie Charlotte 2015

Mehr Licht - Goethe triumphiert doch noch über Newton

Salon Sophie Charlotte 2015

Goethe betrachtete sein voluminöses Werk Zur Farbenlehre als sein wichtigstes. Darin ging es ihm nicht zuletzt um die Widerlegung der Farbtheorie Isaac Newtons, der eine physikalische Erklärung geliefert hatte, die bis heute anerkannt ist. Obwohl Goethes Farbenlehre wissenschaftlich nicht haltbar ist, beschäftigt sie nach wie vor Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, so auch den Literaturwissenschaftler PD Dr. Michael Niedermeier sowie den Philosophen und Mathematiker Prof. Dr. Olaf Müller. Beim Salon Sophie Charlotte 2015 diskutierten sie über Goethes Verhältnis zum Licht und stellten dabei eine provokante These auf. In das Gespräch führt Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Mathematiker und Akademiemitglied, ein.

Berufschancen

"Kein Headhunter klingelt an der Tür von Geisteswissenschaftlern"

Interview mit Dr. Anke Bohne, Dr. Katharina Chrubasik und Prof. Dr. Michael Rathmann

Nach der Promotion stellt sich für viele die Frage: was nun? Alles auf die Wissenschaftskarte setzen oder doch lieber in ein anderes Berufsfeld wechseln? Die wenigen vorhandenen Chancen und die oft prekären Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft lassen viele nach alternativen Beschäftigungen suchen. Aber was bringt die Promotion? Welche Tätigkeitsfelder eröffnen sich für promovierte Geisteswissenschaftler? Derartige Fragen plagen derzeit viele Promovierte, wie jüngst die Besucherzahlen der Veranstaltung "Doktorhut - alles gut?!" am 12.03.2015 an der Universität Bonn verdeutlichten. In den angebotenen Workshops konnten sich Promovierende mit Alumni und Experten über Berufsperspektiven informieren. Initiiert wurde die bereits zum zweiten Mal stattfindende Veranstaltung vom Career...

Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg im Fernsehen

Vortrag von Prof. Dr. Christoph Cornelißen | Eurovision 1914 - Erinnerung an „1914“ als mediales Großereignis

Der Erste Weltkrieg war im vergangenen Jahr allgegenwärtig und wurde auf unterschiedliche Weise medial aufgegriffen. Ein Beispiel hierfür ist die internationale Fernsehproduktion "14 Tagebücher des Ersten Weltkiegs", in der historische Ego-Dokumente filmisch aufbereitet und nachgestellt werden. Auch wenn solche Produkionen in jüngster Zeit neue, crossmediale Wege beschreiten, hat der Erste Weltkrieg als Fernseh-Großereignis eine lange Tradition. Im Rahmen der Veranstaltung "Eurovision 1914 – eine Zwischenbilanz" widmet sich Prof. Dr. Christoph Cornelißen der filmischen Darstellung des Kriegs im Spiel- und Dokumentarfilm. In seinem Vortrag fragt Cornelißen nach der spezifischen Wirkmacht dieser Filme auf unser "Bild" des Krieges. In welchem Verhältnis stehen die visuellen...

Debatte 24. April

"Den Opfern ihre Würde zurückgegeben"

Interview mit Prof. Dr. Mihran Dabag zur Debatte zum Völkermord an den Armeniern

Heute jährt sich der 24. April 1915 zum einhundertsten Mal – jener Tag, an dem im osmanischen Konstantinopel hunderte führende Mitglieder der armenischen Gemeinden verhaftet und später ermordet wurden. Dieser Tag steht heute symbolisch für die Vernichtungspolitik des Osmanischen Reichs, der in den Jahren 1915 bis 1917 bis zu 1.5 Millionen armenische Bürger zum Opfer fielen. Obwohl die wissenschaftliche Kategorisierung als Völkermord unumstritten ist, verweigern die deutsche Bundesregierung und der Deutsche Bundestag eine klare Benennung der Politik als Genozid. Professor Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung (Ruhr-Universität Bochum), hat zusammen mit 150 deutschen Wissenschaftlern einen offenen Brief an den Bundestag verfasst, in dem zu einer...