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Neuester Beitrag

"Das Gedenken an sexuelle Gewalt war nicht opportun"

Interview mit Maren Röger über "Kriegsbeziehungen" im besetzten Polen 1939-45

Der Topos "Sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg" ist im nationalhistorischen Gedenken vor allem mit Vergewaltigungen von Frauen durch die heranrückende Rote Armee verbunden. Wenig erforscht und bekannt sind dagegen die verschiedenen Formen sexueller Gewalt durch deutsche Soldaten in den von ihnen besetzten Gebieten. Die Historikerin Prof. Dr. Maren Röger von der Universität Augsburg hat die - wie Sie es in ihrem Buch nennt - Kriegsbeziehungen im besetzten Polen untersucht. Dafür wurde sie mit dem Preis "Geisteswissenschaften International" ausgezeichnet. Wir haben sie um ein Interview über Intimität, Gewalt und Prostitution im besetzen Polen gebeten.

Im Gedenken an Rupert Neudeck

Taugen politische Utopien für ein besseres Leben?

Salon Sophie Charlotte 2016

Sind mit dem Einzug der Postmoderne die großen Welt- und Gesellschaftsentwürfe endgültig Geschichte? Falls nicht, wie sähe dann heute ein idealer Ort bzw. die ideale Gesellschaft aus? Über diese Fragen diskutieren im Einstein- Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler, der Mitbegründer von Cap Anamur und amtierende Vorsitzende des Friedencorps Grünhelme Rupert Neudeck sowie der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Stephan Steinlein. Die Moderation übernimmt Harald Asel vom Inforadio des rbb.

Humanities

Kampagne für die Geisteswissenschaften

Interview mit Markus Zürcher über eine aktuelle Initiative in der Schweiz

Geisteswissenschaftler? "Ewig am Studieren und nutzlos für die Wirtschaft" - so lautet das Urteil der Schweizerischen Volkspartei (SVP) nicht erst seit gestern. Der Vorwurf ist nicht neu und wird auch jenseits der rechtskonservativen Partei oftmals geteilt. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) hat darauf immer wieder reagiert und die Bedeutung und Relevanz der Geisteswissenschaften in Stellungnahmen und Interviews vertreten - so unter anderem vor gut zwei Jahren bei L.I.S.A. Nun hat der Generalsekretär der SAGW, Dr. Markus Zürcher, eine gut dreißig Seiten starke Broschüre veröffentlicht, in der er Gegenstand, Relevanz und Praxis der Geisteswissenschaften ausführt. Den Essay mit dem Titel It's the humanities, stupid!, den wir diesem Interview als...

Erster Weltkrieg

Verdun 1916: "Ausbluten" oder "Durchbrechen"?

Interview mit Olaf Jessen über sein neues Buch

300 Tage und 300 Nächte tobte die Schlacht von Verdun, die schon von Zeitgenossen als die "Hölle von Verdun" und als die "Blutmühle von Verdun" bezeichnet wurde. Sie gilt als die erste große Materialschlacht der Kriegsgeschichte und kostete von Februar bis Dezember 1916 mehr als 300.000 Soldaten das Leben. Warum der deutsche Generalstab mit Verdun ausgerechnet die stärkste französische Festung als Angriffsziel ausgewählt hat, ist bis heute umstritten. Sollte Frankreich zermürbt und so zur Aufgabe gezwungen werden? Der Historiker Dr. Olaf Jessen vermutet andere Gründe.
 
Inhaltsübersicht
[00:01] Warum haben Sie die Kämpfe um Verdun "Urschlacht" genannt?
[02:30] Was bedeutet "Enthegung militärischer Gewalt"?
[06:32] "Ausbluten" oder "Durchbrechen"? Was wollte Erich von...

L.I.S.A.video

Das Museum Abteiberg

Episode 1: Alles ist Architektur!

Säule, Bogen, Rotunde und Treppe - der österreichische Stararchitekt Hans Hollein hatte den Anspruch, aus architektonischen Grundformen nicht nur ein Bauwerk zu errichten, sondern gleichzeitig Kunst zu schaffen. So wie in Mönchengladbach, wo er von 1972 bis 1982 das Museum Abteiberg entstehen ließ. Als Heimstätte für zahlreiche Werke der Avantgarde-Kunst gilt es heute als eines der markantesten Museen der sogenannten Postmoderne, in dem Kunstraum und Raumkunst ineinander übergehen. Die Architekturwissenschaftlerin Dr. Eva Branscome untersucht in ihrem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojekt, wie bei Hans Hollein Architektur und Ausstellungspraxis zusammengedacht werden.

Nachruf Fritz Stern

"Die deutsche Kultur blieb sein Vaterland"

Interview mit Michael Brenner zum Tod von Fritz Stern

Fritz Stern gehörte zu den Zeitzeugen, die fünf verschiedene deutsche Staaten erlebt haben - "five Germanys I have known". Geboren 1926 in Breslau zu Zeiten der Weimarer Republik, wurde er im Alter von zwölf Jahren gemeinsam mit seiner Familie aus Nazideutschland vertrieben und emigrierte in die Vereinigten Staaten von Amerika. Bereits kurz nach dem Krieg besuchte er die Bundesrepublik und bereiste bei einem seiner zahlreichen Aufenthalte auch die DDR. Die Vereinigung beider deutscher Nachkriegsstaaten kommentierte er als die "zweite Chance der Deutschen". Die enge Verbundenheit Fritz Sterns zu Deutschland und seiner wechselhaften Geschichte im 20. Jahrhundert bestimmte sein Wirken als Historiker, das mit seinem Studium 1946 begann und nun mit seinem Tod im Alter von 90 Jahren zu Ende...

Leibnizjahr

Solidarität und Gerechtigkeit: Zwei Seiten einer Medaille?

Vortrag von Rainer Forst | Solidarität und Gerechtigkeit

Ausgehend von Leibniz‘ grundlegendem Gedanken, dass Glück nur in Gemeinschaft zu erreichen und deshalb die Solidarität das rationale, berechenbare Prinzip einer Gesellschaft ist, fragt die Veranstaltung nach der Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis der Solidargemeinschaft. Gerade angesichts des fortschreitenden demographischen Wandels ist diese Fragestellung von größter Dringlichkeit. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rainer Forst von der Universität Frankfurt am Main stellt in seinem Vortrag zunächst fest, dass Leibniz den Begriff "Solidarität" nicht verwendete, sondern ihm den Begriff "Billigkeit" vorzog. Davon ausgehend fragt Rainer Forst danach, wie Solidarität und Gerechtigkeit sich zueinander verhalten. Sind sie die zwei Seiten einer Medaille oder impliziert der...

History@Debate

NS-Zwangsarbeiter: Verkannte Opfer

History@Debate | Der Webtalk der Gerda Henkel Stiftung und der Körber-Stiftung

Erst auf internationalen Druck hin beschäftigten sich die Deutschen ab Mitte der 1990er Jahre mit dem Schicksal der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg. Durch die Entschädigungsleistungen setzte auch in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion ein Umdenken ein: Aus "Kollaborateuren" wurden Opfer. Über die Wahrnehmung der Zwangsarbeiter und Erinnerungskulturen im Wandel diskutieren Constantin Goschler, Ruhr-Universität Bochum, und Elena Rozhdestvenskaya, HSE Moskau.