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Georgios Chatzoudis | 29.11.2013 | 09:08 Uhr | 1856 Aufrufe | Vorträge

Lehnsherr und Vasall. Auseinandersetzungen um die Belehnung der Brandenburgischen Kur- und Nebenlinien und das Zeremoniell des Wiener Belehnungsaktes

Perspektivwechsel | Vortrag von Dr. Tobias Schenk

Sie wollten ebenbürtig sein, die brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige. Ebenbürtig mit den Habsburgern, genauer: mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Denn er war es, der die Brandenburger belehnte. Von ihm waren sie nach wie vor abhängig und mussten immer wieder Gesandte zum Belehnungsakt nach Wien schicken. Der Historiker Dr. Tobias Schenk von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen arbeitet derzeit im Österreichischen Staatsarchiv in Wien an einem großen Projekt zur Erschließung der Akten des Kaiserlichen Reichshofrats und sitzt somit direkt an der Quelle, um sich mit diesem komplizierten Abhängigkeitsverhältnis intensiv zu befassen.

Videoreihe "Perspektivwechsel Brandenburg-Preußen"

Die Diskussion - moderiert von Dr. Jürgen Luh

Zum Hintergrund der Tagung
(11. Oktober 2013 im Theaterbau von Schloss Charlottenburg)

2015 sind 600 Jahre vergangen, seit die Hohenzollern in die Mark Brandenburg gekommen sind. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), der Stiftung Preußische Seehandlung, L.I.S.A., das Wissenschaftportal der Gerda Henkel Stiftung und perspectivia.net, die Onlinepublikationsplattform der Max Weber Stiftung, nahmen dieses Datum zum Anlass, um die brandenburgisch-preußische Historie unter den Hohenzollern aus anderer Perspektive neu zu betrachten.

 

Noch immer sind das Bild der Hohenzollern und ihre Wirkungsgeschichte durch die Interpretationen und Konstruktionen des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt, als man in den Hohenzollernherrschern die einzigen herausragenden und bestimmenden Persönlichkeiten der deutschen Geschichte sah. Deren Weg sei klar vorgezeichnet, geradlinig und vorbildlich gewesen; er habe zum geeinigten Deutschland geführt. Andere Entwicklungen wurden weitgehend ausgeblendet. Vor allem kunst- und kulturhistorische Aspekte spielten bei der Betrachtung der Hohenzollernherrscher kaum eine Rolle.

 

Der „Perspektivwechsel“ soll den Blickwinkel auf die Geschichte Brandenburg-Preußens und seines Herrscherhauses weiten und wichtige, bislang nicht ins Auge gefasste Aspekte dieser Vergangenheit in den Mittelpunkt stellen. Heute gilt es, über die enge Sicht auf die Hohenzollernherrscher und die Ebene der brandenburgisch-preußischen Quellen hinauszuschauen. Nötig ist, als Basis alles Weiteren, der Blick von außen auf die Geschichte des Staates und seiner Herrscher.

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