Anmelden

Login

merken
Georgios Chatzoudis | 03.12.2012 | 6217 Aufrufe | 1 1 Kommentar | Interviews

Kunstfälschung in der Kunstgeschichte

Interview mit Henry Keazor und Tina Öcal über Fälschungen in der Kunst

Fast zwei Drittel der auf dem Markt angebotenen Kunstgegenstände gelten als Nachahmungen und Kopien, genauer gesagt: als Fälschungen. Zuletzt sorgte der Fall um den überführten Kunstfälscher Wolfgang Betracchi für großes Aufsehen. Doch nicht nur die Polizei interessiert sich naturgemäß für Kopien und Nachahmungen in betrügerischer Absicht, sondern auch einige Kunsthistoriker, darunter vor allem der Heidelberger Professor für Neuere und Neuste Kunstgeschichte Henry Keazor. Er gehört zu den wenigen seines Faches, die sich professionell mit dem Wesen von Kunstfälschungen beschäftigen. Wir haben ihn und seine Doktorandin, die Kunsthistorikerin Tina Öcal, zu uns in Haus der Gerda Henkel Stiftung eingeladen und mit ihnen über das Interesse der Kunstgeschichte an Kunstfälschungen geprochen.

 

Videoreihe "Zu Gast bei L.I.S.A."

Kommentar

von Werner Reiter | 04.12.2012 | 16:06 Uhr
Zum aktuellen Kunstfälscher - Skandal von Wolfgang Beltracchi.
Das fälschen von Moderner Kunst und alter Meister wird auf Grund ihrer Technik ja sowieso immer schwieriger, bis unmöglich werden, perfekte Fälschungen zu machen. Man wird sich eher auf „ Artnapping sowie Erpressung spezialisieren, um ans sichere Geld zu kommen.
Der größte Kunstraub in unserer Kulturgeschichte, ist der Raub der Mona Lisa, dass der Italiener Vincenzo Peruggia am 20. Aug. 1911 aus dem Louvre Museum gestohlen hatte. Das erst zwei Jahre später nach 6 facher Kopierung wieder im Kunsthandel auftauchte. Daher die große Frage! Ist die Mona Lisa von Louvre auch wirklich das Original?
Konrad Kujau war einer der bedeuteten Maler und Kunstfälscher im 20. Jahrhundert, der 1983 die Hitler- Tagebücher fälschte und damals für 9,3 Millionen DM an den Stern verkaufte.
Er war dadurch zu einem der bekanntesten deutschen Kunstfälscher geworden, der alle austrickste, und nach seiner Haftstrafe durch gut durchdachtes Management erst richtig berühmt würde. Kunstfälscher haben ein sehr großes künstlerisches Talent, dass meistens nur aufs kopieren ausgerichtet ist ( abmalen ). Auch Restauratoren bekannter Museen malen Originalkunstwerke als Kopie fürs Museum nach, aber nicht nach dem Originalmaß des jeweiligen Kunstwerks, ansonsten wäre es wieder eine Fälschung. Es gibt Künstler die können alles nachmalen - nur selbst haben sie keinerlei Ideen um dies auf dem Kunstmarkt umzusetzen. Und haben daher oftmals als Künstler keinerlei Erfolg mit ihrer Kunst gehabt.
Diese Fälscher haben aber ein Können, sodass sie jeden Stil beherrschen und sind meist Autodidakten. Meistens schlittert man unbewusst in dieses Dilemma ( Kunstfälscher ) hinein um zu begreifen was am Ende wirklich passiert ist. Jemand der aus der Kultur - Branche kommt erfährt etwas von diesen großenTalent eines Hobby Künstlers, der alles bis ins feinste Detail nachmalt, und schon hat er einen kleinen Auftrag etwas nachzumalen. 
Für dessen Künstler noch völlig unbewusst, dass er hier ein Fälscher wäre. Denn nachmalen ist ja nichts verbotenes, im Gegenteil er wird ja noch gelobt, und genau dieses Lob beflügelt ihn weiter zu machen, um noch besser zu werden in seiner Ausdrucksweise dies zu malen. Wie gesagt, der Auftrag wird dann immer größer. Der Künstler hat eine große Freude, dass sich jemand aus der Kunst - Branche interessiert für seine Bilder, die ja ( nur ) nachgemalt sind, und gelegentlich auch gutes Geld bringen. bis dahin ist man auch nicht strafbar. Ein Problem wird es dann, wenn der Auftraggeber diese Bilder als Original am Kunstmarkt einschleust. Dann wird der sogenannte Künstler erst zum Fälscher gemacht - am Anfang für den Künstler oft unbewusst. Das der Auftraggeber jetzt genau weiß was er braucht und möchte, wird für den Künstler erst strafbar, wenn er die Signatur Authentisch mit dem des Originalkunstwerks auf seiner Kopie verwendet.
Die so-genannten Experten versorgen einen dann mit dem besten Material was es auf dem Markt gibt, egal ob Leinwände oder Farben - Geld spielt dabei keine Rolle!
Dafür will aber der so-genannte Experte ein absolut Authentisches Kunstwerk, so ein Bild wie im Kunstkatalog das längst nicht mehr auffindbar ist, diese Kunstwerke lassen sich am besten fälschen, noch dazu wenn sie entartete konfiszierte Nazi Kunst ist. Solche Kunst die dann wieder auftaucht hat große Nachfrage bei Sammlern und Museen, und daher der extrem große Wert solcher Bilder. Da solche Kunstwerke oft nur in Werksverzeichnis des Künstlers angegeben sind, und die Originale niemand je zu Gesicht bekam und es auch keine Fotos gibt, kann man auch die Experten bei Expertisen ganz leicht täuschen. Indem man so ein Bild ganz einfach im Stil des Künstlers malt ( fälscht ) - denn gesehen hat das Bild ja noch niemand. Und die es kennen würden, leben heute nicht mehr. Einige Künstler machen mit, weil es finanziell sehr verlockend ist, andere können nicht mehr aufhören - weil sie erpresst werden. In beiden Situationen ist es kriminell, obwohl sie in ihrem Können große Meister sind. Aber unsere Kultur ist zu kostbar um Nieten einer Fälschung der nächsten Kultur - Generation zu hinterlassen. Leider wird man dies nicht zur Gänze verhindern können, denn das große Geld als Verlockung spielt hier eine wesentliche Rolle, und zwar auf beiden Seiten. Im 21. Jahrhundert wird meiner Meinung nach das Fälschen von Kunstwerken nicht mehr so interessant werden, weil es heute ganz andere Möglichkeiten gibt, Kunst auf seine Echtheit zu untersuchen. Es geht dabei nicht um die Technik wie ein Kunstwerk gemacht wird, da Fälscher sehr großes Talent haben jeden Stil zu kopieren, sondern eher aus materieller Sicht fast nicht mehr möglich sein wird - eine perfekte Fälschung zu machen, weil es für Untersuchungen im 21. Jahrhundert ganz andere Voraussetzungen gibt, als vor 50 Jahren eine Fälschung zu überführen. Man wird sich eben für die brutale Art die gewünschte Kunst zu beschaffen - orientieren, und zwar das Original „ haben zu wollen „ in Form von " Artnapping sowie Erpressung " wodurch die Hintermänner auch zu ihrem Geld kommen. Oder es geht erst gar nicht ums Geld, und die Kunstwerke landen dann bei den Sammlern in Depots, die für immer verschwinden werden. Bei Erpressung, wird dann die Auszahlung der Versicherungen in Form von „ Finderlohn „ umgewandelt, denn das kommt ihnen allemal noch billiger, als den vollen Erlös der Versicherungssumme den Museen zu bezahlen. Denn Erpressungsgelder dürfen die Versicherungen ja ohnehin nicht bezahlen. Es gibt auch Beispiele, wie‘s noch besser ( krimineller ) geht gutes Kapital mit Kunst zu machen. Der spektakuläre Kunstraub in einer Julinacht 1994 das Diebe aus der Frankfurter Schirn Kunsthalle - Leihgaben der Londoner Tate Gallery Meisterwerke des englischen Malers William Turner, sowie auch Werke des Künstlers Caspar David Friedrich entwendeten. Das Kunstwerk „ Schatten und Dunkelheit „ von William Turner tauchte zuerst auf. Schon seit dem 19. Juli 2000 befindet sich das Gemälde wieder im Besitz der Tate Gallery. Doch man hielt die gute Nachricht geheim, um die Suche nach den beiden anderen Werken nicht zu gefährden. Aber man hatte die volle Versicherungssumme kassiert, und diese wurde gewinnbringend angelegt. Was die finanziellen Transaktionen angeht, hält sich die Tate Gallery sehr bedeckt. Sicher ist, dass im April 1995 die Versicherungssumme von 24 Millionen Pfund voll ausbezahlt wurde. Gut angelegt wuchs der Betrag im Lauf der Jahre mit Zinsen auf etwa 31 Millionen Pfund. Tate, klug beraten durch das britische Schatzamt, schlug der Versicherung H. den Rückkauf der Besitzrechte an den Turners für acht Millionen Pfund vor. Somit hat sich legal ein astronomischer Betrag erwirtschaftet, der sofort für neue Anschaffungen investiert wurde. Wie einige sagen: „ Dort sei etwas traumhaft Schlitzohriges geplant und umgesetzt worden „. Das ist sicher kein Einzelfall in dieser Branche. Was ich sagen will: „ Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an „
Es gibt in Prävention eine Möglichkeit Kunst vor Fälschungen zu schützen, dass möchte ich Ihnen auf der folgenden Homepage präsentieren - aber keinerlei Sicherheit vor Kunstraub bietet. Was dabei den großen Vorteil hat, dass Kunst die geraubt wurde auch irgendwann wieder auftauchen wird, die aber vorher mit diesem Sicherheitssystem zertifiziert und ausgeführt wurde - und dann auf Grund des angewandten Systems bei einer Untersuchungen durch eine Daktyloskopie zu 100% feststellen lässt -  ob dieses Kunstwerk das wieder aufgetaucht ist, ein Original oder eine Fälschung ist. Das ist dann auf diesem Weg, mit wenig Geld und ohne großen Ärger ganz leicht möglich, um die wahre Gewissheit zu erlangen, besitze ich wirklich das Original?!?



Mehr zu diesem Thema unter: www.fingerprint-on-art.com  

Kommentar erstellen


VRFL0J